Kindernachzug/Vorwurf der Scheinadoption

Hat es ein Elternteil
zu einem Aufenthaltstitel in Deutschland geschafft, stellt sich regelmäßig die
Frage, unter welchen Voraussetzungen die Kinder nachgeholt werden können. So
haben minderjährige, unverheiratete Kinder, welche das 16. Lebensjahr noch
nicht vollendet haben, einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis
in Deutschland, wenn der sorgeberechtigte Teil oder beide Elternteile eine
Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis haben.



Minderjährige, ledige
Kinder, die zwar das 16., aber noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben,
besitzen einen Anspruch auf Erteilung der Aufenthaltserlaubnis, wenn das Kind
zusätzlich die deutsche Sprache beherrscht oder gemeinsam mit seinen Eltern
nach Deutschland zieht oder es gewährleistet ist, dass sich das Kind aufgrund
seiner bisherigen Ausbildung sowie seiner Lebensverhältnisse an die
Verhältnisse in Deutschland anpassen kann. Darüber hinaus kann in besonderen
Härtefällen auch eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, wenn das Kindeswohl
ansonsten gefährdet werden würde.



Dabei ist zu beachten,
dass diese Regelungen nicht für Kinder, die in Deutschland geboren wurden oder
für Kinder von Flüchtlingen nach der Genfer Flüchtlingskonvention
beziehungsweise von Asylberechtigten gelten. Nach § 27 Abs. 1a Nr. 1 des
Aufenthaltsgesetzes wird ein Familiennachzug zudem nicht zugelassen, wenn eine
Scheinadoption vorliegt. Dafür müssen jedoch konkrete Tatsachen für einen
begründeten Verdacht vorliegen.



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